3. Ammertaler Dogdance Turnier

Im Hotel Wolf in Oberammergau am 12.12.04

 

 

Unser erstes Turnier

Im Frühjahr auf einem Seminar mit Denise Nardelli haben wir angefangen unsere erste richtige Choreographie zu entwerfen: auf das Lied 'Whenever, Whereever' von Shakira. Zu Hause habe ich diese Choreo fertig gestellt und immer wieder einmal daran trainiert. Erst ohne Musik die einzelnen Trickkombinationen, eher seltener auch einzelne Sequenzen mit Musik.

Das Trainieren mit Musik, finde ich, erfordert anfangs etwas mehr Überwindung: Zum einen hat man mehr Kruscht mitzuschleppen, man erregt wesentlich mehr Aufsehen, und zum anderen sieht man dann sehr schnell, was noch nicht so wirklich gut klappt :). Aber auch dazu konnten wir uns überwinden - und schließlich hatte ich mir vorgenommen, mit dieser Choreo auf unserem ersten Turnier zu starten. Gerade beim Training mit Musik erkennt man allerdings dann auch unglaublich schnell die Fortschritte, die man durch das Training erreicht hat.

Morty fing irgendwann an richtig Spaß am Tanzen mit Musik zu bekommen - dem er durch Bellen lauthals Ausdruck verlieh - aber das haben wir wieder in den Griff bekommen. Und je näher wir dem Turnier kamen, desto besser klappte unser Tanz. Und je mehr wir zusammen trainierten, desto leichter konnte ich Morty lenken - und das nicht nur beim Tanzen!

 

Generalprobe

Eine Woche vor dem Turnier haben wir in unserer Hundeschule unsere Generalprobe getanzt. Morty war ziemlich albern drauf und hatte mal wieder richtig Spaß am Tanz und hat dadurch auch 2 kleine Fehler gemacht - die wahrscheinlich keinem aufgefallen wären, hätte ich nicht recht laut "Nein, nein, nein" gerufen. Aber sonst hat es super gut geklappt: Er war aufmerksam, hoch motiviert - und ich habe gesehen, wie es ist plötzlich vor kritischem Publikum zu tanzen. Ich gebe zu, bei der Hälfte des Tanzes habe ich dann doch leicht weiche Knie bekommen. Aber ich war super zufrieden mit unserem Tanz - und der Beifall hat gezeigt, dass auch unser Publikum begeistert war. Grandios. Ein Rundum gelungener Tanz. Ok. Und einen kleinen Fehler habe ich auch gemacht gehabt. Aber ist sicher keinem aufgefallen.

Ich habe für mich vor allem gemerkt: Kleine Fehler geschickt überspielen - nie laut Nein rufen - und dass ich außerdem ganz geschickt mich aus einem Fehler wieder rausmanövrieren kann, so dass es keinem auffällt. Na wenn das nicht super Voraussetzungen waren!


           


Der Tag davor

Ich habe mit Morty das Training nicht übertrieben. Und zwei Tage vor dem Turnier haben wir das letzte Mal trainiert.

Am Abend vor dem großen Tag wurde ich dann plötzlich aufgeregt. Hoffentlich kappt alles? Kann Morty - obwohl wir im Training davor großen Wert darauf gelegt haben - mit der ungewohnten Umgebung und der Ablenkung umgehen? Gerade deshalb haben wir jede Trainingseinheit in unbekannten Gebieten absolviert - mit Publikum, mit Hunden, mit Spaziergängern, etc.. Und: WARUM mache ich das überhaupt???

 

 

Der große Tag

Wir mussten recht früh schon losfahren - und glücklicherweise hat mich gleich eine Freundin begeleitet. Sonst hätte ich das wahrscheinlich nicht verzwapselt. Da wir 1 Stunde vor Turnierstart unsere Musik abgeben sollten, hatten wir also noch etliche Zeit zu verbringen, bis das Turnier endlich losging. Wir haben versucht die Zeit mit Kaffe trinken und einem kleinen Frühstück zu überbrücken - aber ich habe glaube ich alle 2 Minuten auf die Uhr geschaut, so hibbelig war ich plötzlich.

Dann war es endlich 10 Uhr. Unser Fanclub - ein paar Freundinnen und unsere neuen Beardie-Bekanntschaften aus dem Internet waren mittlerweile auch eingetroffen. 

 

Es waren 40 Teams am Start: 5 Starter in Klasse S (Musiklänge bis 1 1/2 Minuten), 5 Starter in Klasse M (Musiklänge bis 2 1/2 Minuten), 10 Starter in Klasse L (Musiklänge bis 3 1/2 Minuten). Außerdem 6 Starter in der Fun Klasse und 4 Teams 6+ und 2 Teams in der Klasse L in 6+. Unsere Klasse - M - sollte erst mittags dran kommen. Dann hat Inka das Turnier eröffnet, noch einmal die wichtigsten Regeln erklärt, uns allen viel Glück und 'Happy Dancing' gewünscht. Und dann ging es endlich los!

Das Niveau war unglaublich hoch - schon in der S klasse waren fantastische Tänze dabei. Allerdings muss ich mir die Tänze des gesamten Turniers noch einmal auf Video anschauen - vor lauter Aufregung habe ich die Tänze zwar fast alle gesehen, aber kaum etwas davon aufnehmen können! Besonders im Kopf geblieben ist mir in dieser Klasse aber ein 6+ Tanz von zwei jungen Mädels mit einem Dackel und einem Pudel. Der gesamte Tanz war total klasse - und besonders der Dackel hatte einen solchen Spaß beim Tanz, unglaublich!

 



 

Einige Zeit vor unserem Start habe ich dann auch Morty aus dem Auto geholt, damit er sich noch etwas an die Atmosphäre in der Halle gewöhnen konnte. Er war die Ruhe selbst, trotz der viele Hunde, der lauten Musik und dem Applaus lag er einfach brav unter dem Tisch und hat vor sich hingedöst. Diese Ruhe hat sich dann auch auf mich übertragen - da ich bis dahin immer noch super nervös gewesen bin.

In der Mittagspause habe ich dann ein paar einfach Tricks in der Halle gemacht - und vor allem Morty ein paar Rollen machen lassen, dass er sich an den Boden gewöhnen konnte. 2 Auftritte vor unserem Start bin ich dann in die Nachbarhalle gegangen, um meinen Hund aufzuwärmen und noch ein paar Ticks zu üben. Und dann war es so weit. Die nächste Startnummer, Nummer 22, war unsere!

 

Der Auftritt

Ich war innerlich sehr angespannt, aber nicht mehr nervös. Morty war ruhig, er hatte beim Aufwärmen super gearbeitet - und vor allem sollten wir ja schließlich Spaß haben. In Gedanken bin ich ein letztes Mal unsere Choreo abgelaufen, dann waren wir dran. Wir haben unsere Nummer abgegeben und uns in Startposition begeben. Auf mein Zeichen hin startete die Musik. Und Morty hat sofort mit losgelegt. Puh, war ich glücklich. Doch schon kurz drauf hat er interessiert die Hunde hinter der Bande begutachtet - und vergessen weiter zu tanzen. Er ließ sich aber wieder zur Weiterarbeit motivieren. Einige Sequenzen später hat er aus Unsicherheit sich plötzlich im Fell gekratzt - und das Publikum musste natürlich lachen, was Morty wieder zu einem verwunderten Blick veranlasst hat. Damit mussten wir schnell improvisieren, dass wir in unserer Choreo wieder zur rechten Zeit mit der nächsten Tanzsequenz loslegen konnten. Ich hatte glücklicherweise immer wieder geübt irgendwo im Lied aufzuhören und an einer anderen Stelle mit der für diese Liedsequenz vorgesehenen Trickkombination wieder einzusteigen und kannte so das Lied gut genug, als das wir das problemlos hinbekommen haben.   

 

 

Viel Später ist Morty noch einmal aus dem Tanz ausgestiegen und hat mitten im rückwärts Umkreisen plötzlich abgebrochen - aber auch das haben wir halbwegs geschickt gemeistert. Den Rest der Choreo hat er dann wieder strahlend mitgetanzt - und sogar der Schluss, bei dem ich etwas Bammel gehabt hatte, dass er wieder Schmarrn macht, hat perfekt geklappt! Als wir uns nach dem Tanz mit einer Verbeugung von Morty und mir beim Publikum und bei den Richtern bedankt haben, hatte Morty seine Sicherheit und seinen Spaß wieder gefunden - und bei jeder Verbeugung erst mal gebellt!

 

 

 
Ich hatte mitten im Tanz wieder total weiche Knie bekommen - und nach unserem Auftritt war ich total KO, das war unglaublich anstrengend gewesen. Aber wir hatten unseren Auftritt geschafft - und es war eigentlich auch gar nicht so schlimm gewesen!
Wir haben von den 5 Startern in unserer Klasse M auch den 5. Platz belegt. Natürlich bin ich etwas enttäuscht. Aber nicht über die Platzierung - darum ging es mir nicht. Aber da trainiert man mehrere Monate an einer Choreo und kann sie dann nicht mal richtig zeigen...
ABER: Ich wollte, dass mein Hund Spaß am Tanzen hat - und wenn er getanzt hat, dann mit permanentem Schwanzwedeln und einem lächeln im Gesicht! Dann hatte er seinen Spaß. Und ich wollte am Turnier teilnehmen, um mich einfach mal messen zu können, wo ich im vergleich zu anderen Tänzern stehe. Das weiß ich jetzt - mein Hund kann klasse tanzen, jetzt müssen wir nur noch lernen mit der großen Ablenkung klar zu kommen.

 


Da wir die letzte Zeit viel mit Ablenkung trainiert haben, dachte ich, dass Morty besser mit den Geräuschen, Menschen und Hunden am Ringrand klar kommt. Er hat mir gezeigt, dass es noch nicht so ist. Aber wenn ich bedenke, wie unsicher und geräuschempfindlich er auch einmal war - dafür war das für ihn sicher trotzdem eine klasse Leistung. Und ich bin stolz auf ihn! Außerdem haben wir eine Urkunde, eine Schleife, einen Pokal und Morty ein Spielzeug mit nach Hause genommen - und darauf sind wir schon recht stolz. Die Schleife ziert jetzt Mortys Schlafbox, und der Pokal steht oben drauf - so schläft ein Sieger!
 

Das restliche Turnier
Die Tänze nach uns konnte ich - nach etwas zu Essen und zu Trinken - etwas mehr genießen. Es waren unglaubliche Teams dabei und grandiose Choreographien.

 

Morty war der einzige 'richtige' Fellwuschel, aber die tanzende Hundeschar war unglaublich bunt - es waren zwar schon ein paar Aussies und Border mit dabei, aber auch vom Berner Sennen bis zum Groenendal war quer Beet alles mögliche Vertreten - die Mischlinge nicht zu  vergessen.

Die Stimmung in der Halle war klasse - was nicht nur dem Publikum, sondern auch dem TT (Turnier-Trottel), dem fantastischen Moderator vom Hotel Wolf - zu verdanken war. Dieser hat dem Publikum einige Infos über das nächste Tanzteam am Start verraten und die Lücken zwischen den Tänzen mit Witzen, Sprüchen und der La-Ola-Welle überbrückt.

Bei der Siegerehrung haben alle Teams eine Schleife und eine Urkunde bekommen, die Platzierten auch noch einen Pokal und ein Spielzeug. Das Richterteam hat zu jedem Team einen kurzen Kommentar abgegeben, was gut war, was besonders aufgefallen ist, oder was das nächste Mal besser gemacht werden könnte. Und es wurden auch Sonderpokale für den einzigen tanzenden Mann beim Turnier, die beste Kostümierung und das jüngste Tanzteam verliehen.

 

        

 

        

        

        

 
   


Ausblick

Alles in allem war es ein sehr aufregender, anstrengender, aber super schöner Tag - und ich bin Stolz auf mein Hundi. Ich sehe das Erlebte als Herausforderung - wir werden einfach fleißig weiter üben, damit Morty irgendwann auch in ungewohnten Situationen so strahlend tanzen kann, wie er es sonst tut!!!

Und nächstes Jahr sind wir in Oberammergau sicher wieder dabei... . wir haben ja jetzt erstmal wieder ein Jahr Zeit zum Üben :) .

 

Manko
Was ich erstaunlich fand: Viele der Teilnehmer haben ihre Hunde kurz vor ihrem Auftritt ein paar Tricks machen lassen, ohne vorher die Hunde eigentlich wirklich 'warm' zu laufen. Die Hunde lagen die ganze Zeit rum und mussten dann gleich Twists, rückwärts Umrunden etc. machen - was ich nicht gut finde. Ich achte bei Morty sehr darauf, dass wir eine lange Aufwärmphase und dannach erst ein wenig Fußarbeit machen, und dann von den (vom Bewegungsablauf) einfachen Tricks (z.B. Slalom vorwärts) zu den schwereren hinarbeiten (z.B. Slalomrückwärts).

Vielleicht nimmt das der ein oder andere das als Anregung mit auf den Weg!!?!!

 

 

 

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