Bearded Collie 'Morty'

Zotti-Floppy Lucrezio Blue

 

06.03.1997 - 17.02.2010

ZbNr: 12604

 

 

Der beste Begleiter

10 Jahre lang war Morty mein tagtäglicher Begleiter auf all unseren Wegen. Für viele ist nicht vorstellbar, alles was man tut zusammen MIT dem Hund zu tun - für mich war es das schönste Leben überhaupt! Er fehlt mir an allen Ecken und Enden - und doch muss man fair genug sein, den Hund gehen zu lassen, wenn es an der Zeit ist. Danke Beardienase, für all das, was du mir gegeben hast. Du wirst immer bei mir sein, in allem, was ich von dir gelernt habe und was mich als Person nun ausmacht - und vor allem in meinem Herzen...

 

Die letzten Monate

... hatten wir noch einmal eine harte Zeit. Aufgrund eines Tumors - wie sich später herausstellte - hatte Morty Epilepsie bekommen. Das Leben mit einem Epi-Hund kann man gar niemanden Beschreiben. Wer mehr über diese Zeit erfahren möchte, kann dies in unserem Epilepsie-Tagebuch nachlesen. Und trotz dieser schweren Zeit, hat Morty sein Leben jeden Tag mit einem Lächeln im Gesicht begonnen, an jedem Tag das Schöne genossen und sich nie anmerken lassen, wie schlecht es ihm manchmal wirklich ging. Und er hat mir noch seine letzte Lektion gelehrt: Das Leben ist es nicht Wert, nur mit Arbeit zu verbringen - man muss auch seine Freizeit haben und sie genießen können. Liebe Beardienase, das werde ich bestens versuchen, nun ohne dich - was momentan noch schwer fällt!

 

 

 

Seine Geschichte:

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Ein richtig guter Gast
Morty lernte ich kennen als er fast 3 Jahre alt war. Ich war bei einer Freundin zum Abendessen eingeladen, und Morty war der Hund ihrer Mitbewohnerin. Naja, im Prinzip verlief der Abend so: Ich saß bei Morty auf dem Boden, dann haben wir schnell alle zusammen gegessen, und danach saß ich wieder bei Morty am Boden. Ein richtig guter Gast, oder? Und zum Abschied meinte ich dann nur: Wenn du mal nicht weißt wohin mit Morty - ich nehme ihn dann gerne...!

Und so kam es dann auch
Einige Wochen später musste Mortys Frauchen ihn nun endlich abgeben. Das einzige Problem, das ich hatte: ich musste meine Mutter noch überzeugen. Und wie macht man das am einfachsten? Natürlich - man lässt den Hund diese Aufgabe selber übernehmen. Und dazu brachte ich Morty einfach für ein paar Stunden mit nach Hause - ein grober Fehler!

 


Zeige dich immer von deiner besten Seite - am Besten von Hinten

Was in wenigen Stunden schief gehen kann, ging auch schief. Als Morty zur Türe rein kam, rannte er erst mal gegen den Tisch und schmiss danach sämtliche Flaschen, die am Boden standen um. Beim Spaziergang zog er an der Leine wie ein Pferd, ließ man ihn laufen rannte er nur verrückt durch die Gegend, rief man ihn zurück, sauste er eilig an einem vorbei, drehte einen Bogen, um dann wie ein irrer wieder vorneweg zu pesen. Und die Jagd nach dem Radfahrer... das lassen wir hier lieber mal aus. Somit hatte er alles in allem kein gutes Bild abgegeben. Und DEN Hund wollte ich haben? JAAAAA! Einziger Pluspunkt den wir sammeln konnten: Er war ein charmanter Wuschelhund, der meiner Mutter optisch prinzipiell schon gefiel?

 

 

Die Zeit der Überzeugung

In Kurzfassung: Nicht nur meine Mutter war nicht gerade entschlussfreudig - auch Mortys Vorbesitzerin erwies sich als etwas Sprunghaft. Ich sollte ihn nehmen - und stritt mich deshalb in allen möglichen Formen und Variationen bis aufs Bitterste mit meiner Mutter, die mich noch immer vom Gegenteil überzeugen wollte. Ich sollte Morty doch nicht nehmen, er könnte nun doch mit ihr umziehen. Ich sollte Morty doch nehmen - und wäre deswegen fast von zuhause ausgezogen. Nein, Morty käme jetzt doch mit, er sollte bei seiner Besitzerin bleiben. Dabei hatte ich mittlerweile meine Mutter von Morty überzeugt gehabt. Pause. Einige Wochen gar keine Nachricht mehr.

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Wie man sich täuschen kann

Dann kam eines Nachmittags plötzlich eine SMS: "Möchtest du Morty noch nehmen? Kannst ihn abholen. Gruß". Und dann erlebte ich etwas, was ich von meiner Mutter nicht erwartet hatte. Ich beschloss Morty am Wochenende zu holen, da er mittlerweile nicht mehr in München war. "Du fährst jetzt auf der Stelle los und holst den Hund - wer weiß, sonst überlegt sie es sich vielleicht noch mal anders!!" - darauf meine Mutter. Und da ich schon immer gemacht habe, was meine Mutter sagt, bin ich also gleich darauf losgefahren um meinen Hund abzuholen. ;)

 

Ein dicker Seufzer, ein letzter Blick
Als ich in Mortys altem Zuhause ankam, sprang er mir schon freudig entgegen. Wir sammelten kurz seine wenigen Habseligkeiten zusammen, und packten alles ins Auto. Ein letzter Streichler - dann bat ich Morty einzusteigen. Er sprang sofort hinein und ließ sich auf der Rückbank nieder. Als wir losfuhren blickte er noch kurz aus dem Rückfenster, ließ einen lauten Seufzer los und rollte sich dann genüsslich auf dem Sitz zusammen. Und damit ließ er sein altes Leben hinter sich und sauste in ein actionreiches, turbulentes neues Leben - denn für ihn schien ab hier klar zu sein: Jetzt ist er bei MIR zuhause!

 

Was hatte ich mir da ins Haus geholt 


Der erste Spaziergang

Am nächsten Morgen gingen wir gleich in der Früh unsere erste gemeinsame Runde spazieren. Wenn man den ersten Abschnitt mit dem Leinegehen weglässt, und die Tatsache, dass Morty mithilfe von Leckerlis erst lernen musste, auf Rückruf auch zu mir zu kommen und nicht nur an mir vorbei zu schießen, war der Spaziergang traumhaft: Überall war es noch still, nur die Vögel pfiffen vor sich hin, die Sonne spitzelte schon über die Bäume - und mitten drin ich und mein neuer eigener Hund! Und obwohl Morty die letzten Zeit kaum Hundekontakt hatte, verhielt er sich gegenüber den Hunden, denen wir begegneten, optimal. Ich war ganz glücklich.

Arbeiten war angesagt

Nach diesem Traum Spaziergang war unser erstes Experiment angesagt: Wir mussten zum Arbeiten. Ich hatte glücklicherweise die Möglichkeit Morty mit in die Agentur zu nehmen. Davor stand allerdings noch 1 Stunde U-Bahn- und Busfahren. Aber zu meinem Erstaunen klappte das prima, Morty war nur minimal aufgeregt. Und in der Agentur wurde er freudig begrüßt. Und diesmal zeigte er sich von seiner besten Seite und benahm sich tadellos. Alles in allem haben wir unseren ersten Arbeitstag gut gemeistert - und Morty hat die Aufmerksamkeit, die er von den Mitarbeitern bekam, genossen. Vor allem da er vorher eher ein langweiliges und einsames Leben hatte.


Es könnte alles so schön sein

Kurz darauf bekamen wir noch einen weiteren Agenturhund: Lupo. Er war ein Schäfermischling aus der Mülltonne, gerade mal ein halbes Jahr alt. Die nächsten Wochen waren der reinste Traum für unsere zwei Racker. Morty konnte alles, was er versäumt hatte, erstmal nachholen: Spielen, Raufen, zusammen Schnüffeln, nach Mädels Ausschau halten.. Die Zwei entwickelten sich zu richtig guten Kumpels. In den Pausen spielten sie zusammen Fangen quer durch die Agentur, was auch die Stimmung der anderen Mitarbeiter lockerte. Und war Fangen gerade mal nicht möglich, tat's auch Raufen und Knüllen am Boden. Und in der Mittagspause wurde die Gegend um die Agentur unsicher gemacht, alle Bäume und Grünflächen abgecheckt... und viel gespielt.
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Wäre da nicht...
Allerdings hatte sich Morty noch ein weiteres Hobby ausgesucht: Radfahrer jagen. Früher hatte er damit versucht seinen Bewegungsdrang, dem die Vorbesitzerin nicht gerecht wurde, auszuleben. Und sich damit eine äußerst ungute Sache angewöhnt. Daher waren wir - während die zwei Racker spielten - stets auf der Hut, um auch wirklich jeden Radfahrer vor Morty zu sehen. Meistens gelang uns das auch. Aber eben nicht immer. Und wenn man dann zweimal den gleichen Radfahrer "erwischt"... dann helfen auch die besten Ausreden nichts mehr.

 

Der Ernst des Lebens

Da Lupo es damals auch noch Faustdick hinter den Ohren hatte, beschlossen wir eine Hundeschule zu besuchen. Und nach langem hin und her, vielen Fragen, Tips und Empfehlungen, hatten wir auch die passende gefunden, und schon kurz darauf ging es auf zur ersten Hundestunde. Und ab dann ging es erstmal steil bergauf. Morty lernte irre schnell, Beherrschte schon nach kurzer Zeit viele der Grundbegriffe. Eigentlich hätte man ja Stolz sein können!

 

Doch wo es bergauf geht, da geht es auch wieder bergab

Und das bei uns leider äußerst steil. Als wäre Morty plötzlich eingefallen: "Halt mal, früher musste ich den ganzen Quatsch doch auch nicht machen, bin ich eigentlich blöd??" weigerte er sich ab dann auch nur in irgendeiner Weise mit mir zusammen zu arbeiten. Ganz im Gegenteil - Sprach ich ihn an, drehte er mir den Rücken zu. Mein ganzer Enthusiasmus scheiterte innerhalb kürzester Zeit.


Geduld ist eine Tugend

Meine Hundetrainerin sagte mir irgendwann einmal, in einer unserer vielen, vielen Stunden: "Ein Jahr wird es brauchen, bis du zufrieden bist, und nach zwei Jahren ist es DEIN Hund." Fast hätte ich nicht durch gehalten, kurz vor Ende des ersten Jahres hätte ich beinahe aufgeben müssen. Natürlich machten wir kleine Fortschritte - aber bei den vielen Problemen, die sich nach und nach ergaben, war jeder kleine Fortschritt nur einen Tropfen auf den heißen Stein. Doch glücklicherweise habe ich durchgehalten. Zwar hat mich meine Mutter mit Baldrian voll gestopft und es wurden viele Tränen vergossen, aber ziemlich genau zu unserem ersten Jahrestag kam die Wende: Morty fing an wirklich mitzuarbeiten. Er fing an arbeiten zu wollen - von sich aus - und mit MIR. Und ab da ging es in großen Schritten immer weiter voran.

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Und nach zwei Jahren ist es dein Hund!

Und unsere Trainerin hatte Recht behalten. Nach zwei Jahren - mit viel Training, kleinen Rückschlägen, Obedience, Agility, Clickertraining und viel viel Geduld - trug Monster seinen Spitznamen nur noch zur Zierde.
Er hatte sich wirklich zu MEINEM Traumhund gemausert. Klar, er wird immer seinen Beardie-Dickschädel behalten, nie ein Hund werden, der auf Pfiff schon in der nächsten Sekunde neben einem steht oder dem nicht jede Woche wieder etwas Neues einfällt, an dem man mit ihm arbeiten muss - aber sonst wäre es glaube ich auch nicht MEIN MORTY!

 

Dass wir die nun folgenden Jahren gemeinsam mit viel Spaß und vielen Unternehmungen, Hobbys von Dogdance bis Schafehüten und als wirklich tolles Team erlebt haben - das könnt ihr unserer Seite entnehmen. .. viel Spass beim Schmökern!

 

Und Übrigens: Das mit dem Flaschen umschmeißen, das kann er heute noch!

 
Zotti Floppy 

Ein Bobtail?

Mortys Vorbesitzerin hatte zu mir gesagt, Morty sei ein Bobtail. Dass das nicht stimmte, das wurde mir ziemlich bald klar. Doch was war er dann? Meine Mutter und ich wälzten die Bücher. Ein PON? Oder einer von den unzähligen anderen Wuscheln? Vielleicht ein Bearded Collie? Beziehungsweise zwei von unseren morgendlichen Spaziergängern hatten gesagt, er sei bestimmt ein Border Collie. So war die Hundeschule damals über meine Anmeldung sehr amüsiert, auf der zu Rassebezeichnung bei Morty stand: 'Border Collie oder Bobtail'. Doch unser Tierarzt konnte mich dann endlich aufklären: Morty ist ein Bearded Collie. Nichtsdestoweniger lernte ich damit eigentlich auch erst im Laufe der Jahre etwas anzufangen ? und habe mittlerweile glaube ich meine Traumrasse gefunden.


Buchstaben und Zahlen - nein, bei uns nicht

Und mit diesem neuen Wissen hängte ich mich nun ans Telefon. Über Mortys Tätowierung musste sich doch herausfinden lassen, woher er kam. Doch überall die gleiche Aussage: Buchstaben und Zahlen - nein, bei uns nicht. In der Tat war Mortys Tätowierung etwas seltsam. Doch irgendwann bekam ich dann den entscheidenden Tip - ich solle es doch mal beim Club Britischer Hütehunde versuchen. Und dort konnte man mir endlich weiter helfen, nein, viel positiver: Sie konnten mir Name und Adresse von Mortys Züchterin nennen.
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Lucrezio

Dort rief ich dann auch gleich an. Ich gab ihr Mortys Tätowierungsnummer - und noch am selben Tag rief mich die Züchterin wieder zurück. Morty war am 06.03.97 geboren mit dem Namen Zotti Floppy Lucrezio Blue. Und sie konnte mir außerdem etwas über seine ersten Besitzer - ich bin nun schon der dritte Besitzer von Morty - erzählen, und warum er von diesen abgegeben werden musste. Und dass er damals Mortimer genannt wurde. Ich war ganz glücklich. Endlich wusste ich auch das Geburtsdatum von meinem Monster, denn von der Vorbesitzerin hatte ich keinerlei Unterlagen erhalten, und daher einfach den Tag, an dem Morty zu mir kam, als seinen Geburtstag festgelegt. Und das verrückte daran war, dass ich Morty am 05.03. abgeholt hatte, also einen Tag vor seinem eigentlichen dritten Geburtstag!


Adel verpflichtet

Bis heute können wir mit 'unserem' hochtrabenden Namen auch nur aus Jux angeben, Urkunden und Papiere habe ich nicht noch einmal ausstellen lassen. Aber es ist ein nettes Gefühl zu wissen, das Morty von edler Herkunft und eigentlich ein wirklich echter Beadie mit Stammbaum ist - auch wenn wir stets zu hören bekommen: "Oh, schau mal, ein Bobtail!"

 


Und nu...?

Mittlerweile habe ich auch ein wenig über Mortys Mutter Röschen erfahren können, sie ist Ende August mit 16 Jahren gestorben und muss eine ganz besondere Persönlichkeit gewesen sein.

Außerdem hat eine Schwester von Morty, 'Gipsy', uns ausfindig gemacht, die wir auch schon besucht haben - und die Verwandschaft ist unververkennbar!


.Röschen
.Zotti-Floppy Fawn Rosmarin
.14.06.1990 - 30.08.2006
.ZbNr: 6726
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.Gipsy
.Zotti-Floppy Lorena Fawn
.06.03.1997
.ZbNr: 12608


 Morty und seine Schwester Gipsy
 April 2008


.Morty und Gipsy.

 

Für mehr Infos über die Beiden clickt einfach auf das jeweilige Bild. 

 

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