Reitbegleithund
Tips und Tricks, damit es mit Hund & Pferd klappt

 


Mortys Weg zum Reitbegleithund findet ihr hier

Das Wichtigste Vorweg:

1. Der Hund hat immer einen Sicherheitsabstand zum Pferd zu halten!

2. Beim Reiten gibt es keine Diskussionen!

 

Vielleicht sollte ich das etwas erklären:

 

 

Der Sicherheitsabstand 
Von Anfang an sollte man dem Hund beibringen zum Pferd immer einen gewissen Abstand (mindestens 1-2 m je, nach Toleranzschwelle des Pferdes) einzuhalten. Egal ob vor, neben oder hinter dem Pferd. Und nicht nur beim Reiten, sondern auch beim Putzen, wenn man zusammen mit Hund und Pferd spazieren geht... - einfach immer.

Leichter gesagt, als getan. Anfangs bedeutet das den Hund immer vom Pferd weg zu holen, wenn er zu nah hin geht. Bwz. man kann auch einfach so zwischen Hund und Pferd durchlaufen, daß der Hund zurückweichen muß. Oder aber wenn der Hund einen Befehl wie 'geh ab' beherrscht, ihn mit diesem vom Pferd wegzuschicken. Das bedeutet auch, dass man sich in der Gewöhnungsphase voll auf den Hund konzentrieren muss, um keinen Fehler zu zulassen. Daher anfangs den Hund lieber nur kurz und konzentriert beim Pferd frei laufen lassen und später etwas weiter weg anbinden, damit man sich wieder in Ruhe dem Pferd widmen kann.

 

Wichtig: Lieber kurz und ruhig, dafür aber sehr konsequent trainieren, damit das mit dem Abstand später für den Hund zur absoluten selbstverständlichkeit wird!


Wie man das auch beim Reiten durchsetzen kann, darauf gehe ich später noch ein...

 

 

Keine Diskussionen

Schon wenn der Hund das erste Mal mit beim Pferd ist, muss klar sein: Hier wird nicht um Befehle diskutiert, was hier gesagt wird ist absolut! Auch hier sollte man konsequent darauf achten, wenn man einen Befehl gegeben hat, diesen auch sofort durchzusetzen, falls der Hund nicht von alleine reagiert. Und das vor allem schon in der Vorbereitungsphase vor dem Reiten - nur so hat man auch eine Chance, dass der Hund diesen absoluten Gehorsam beibehält, wenn man auf dem Pferd sitzt und nur noch sehr gering auf den Hund einwirken kann.

Das bedeutet, wenn ich meinem Hund den Befehl 'Platz' gebe und er reagiert nicht umgehend darauf, stehe ich schon in der nächsten Sekunde neben ihm - für meinen Hund ist es schon 'Strafe' genug, wenn ich einen schnellen Schritt auf ihn zugehe und dabei den Befehl mit etwas dunklerer Stimme wiederhole, und er führt den Befehl sofort aus. Denn wie schon gesagt: beim Pferd wird nicht diskutiert. Ich gebe dem Hund die Möglichkeit von sich aus zu reagieren (und mit reagieren meine ich, dass der Hund nicht sofort ins Platz fliegen muss, aber es muss deutlich erkennbar sein, dass er sich auf den Weg in die Platzposition macht), tut er das nicht, so muß ich mit etwas Druck nachhelfen. Natürlich vorausgesetzt der Hund beherrscht die Kommandos auch sonst sicher und schnell.


Ein Durchsetzten der Befehle meinerseits, wenn der Hund nicht reagiert, passiert schnell, ohne Streß und ohne dem Hund dabei Schmerzen zuzufügen - aber mit Nachdruck. Mit Nachdruck meine ich meine Ausstrahlung, die dem Hund signalisieren soll 'Ich meine es ernst', ohne ihn dabei unnötig zu bedrohen (beispielsweise durch über den Hund beugen oder eine scharfe und sehr laute Stimme - was nur für ganz extremen Druck verwendet werden sollte). Und: Sobald der Hund ausführt, was er machen sollte, wird sofort wieder signalisiert 'Ja, das ist richtig!' und aller Ärger ist sofort wieder vergessen! Das heißt nicht, dass der Hund dafür ein Leckerli bekommt, das kann man sich schon für gute Leistungen aufheben, aber je nach Situation kommt sofort ein stimmliches Lob - nicht überschwenglich, aber doch positiv - und eventuell auch eine Streicheleinheit, vielleicht auch ein sofortiges Auflösen des Kommandos als zusätzliche Bestätigung. Und vor allem muss sofort wieder eine positive Stimmung herrschen, denn Hunde sind nicht nachtragend, also dürfen wir das auch nicht sein. Besonders wichtig dabei ist mir aber: Je gestresster der Hund in der neuen Situation reagiert - desto weniger Druck sollte man anwenden. Denn unter Stress lernt es sich nicht gut. Vielleicht muss man dem Hund die Situation auch erst etwas einfacher machen und ihn noch mal in kleinen Schritten an die Aufgabe heranführen.

 

 

Wichtig : Positives Verhalten wird sofort bestätigt, anfangs auch noch viel mit Leckerli - nicht ausgeführte Befehle werden sofort durchgesetzt, besonders ausschlaggebend ist hierbei die Schnelligkeit, mit der man den Befehl korrigiert.

 

 

Der Weg zum Reiten

Um den Hund an das Mitlaufen am Pferd zu gewöhnen, sollte man erst einmal zusammen spazieren gehen. Die ersten Male ist es sehr Hilfreich sich jemanden mit zu nehmen, der einem helfen kann. So kann die Begleitperson anfangs das Pferd führen, während man selber den Hund noch an der Leine hat. Merkt man, dass der Hund mit der neuen Situation entspannt umgehen kann, kann man ihn auch frei laufen lassen. Und auch erst wenn hier keine Probleme auftreten, darf man sich wagen das Pferd selber zu führen.

Um den Hund von Anfang an daran zu gewöhnen auch beim Pferd zu gehorchen, sollte man immer wieder kleine Trainingssequenzen einbauen. Sitz, Platz, Bleib und Heranrufen muss problemlos klappen. Um dem Hund hier in keinen Schritten seine neue Aufgabe zu zeigen, kann wieder die Begleitperson zu Beginn das Pferd nehmen, später sollte man in der Lage sein das Pferd selber zu führen und dabei auch den Hund kontrollieren zu können.

Die Spaziergänge mit kleinen Trainingseinheiten sollte man so lange machen, bis Hund und Pferd sich vollkommen auf die neue Situation eingestellt haben: Der Hund sollte in allen Situationen gut und stressfrei zu kontrollieren sein und das Pferd soll sich an die Anwesenheit des Hundes gewöhnt haben können.

 

Übungen

Die Aufgaben, die der Hund können sollte, bevor man sich das erste Mal aufs Pferd wagt:

 

  Auf Rückruf herankommen, sich dabei eventuell auch jeweils auf die linke oder rechte Seite vom Pferd dirigieren lassen.

Sitz und Platz neben dem Pferd - natürlich mit etwas Abstand - und dort auch bleiben, bis man ihm die Erlaubnis gibt, wieder aufstehen zu dürfen, auch wenn Pferd und Reiter sich dabei bewegen.

Bleib Sitz oder Bleib Platz, sogar wenn Pferd und Reiter sich entfernen.
Und auf Befehl neben dem Pferd zu laufen.

Und: der Hund sollte einen Radius von 10 bis max. 20 m um einen Herum beim Reiten haben! Dies bringt man ihm am Besten bei, indem man wortlos in die entgegengesetzte Richtung weiter geht, sobald der Hund den Radius überschreitet - dieses Prinzip kann man später beim Reiten auch gut weiter durchhalten.

 

 

Endlich ist es soweit

Beherrscht der Hund obige Aufgaben konzentriert und steht dabei durch die neue Situation nicht mehr unter Stress, kann man sich wagen ans reiten zu denken. Für den ersten Ausflug sollte man sich unbedingt eine Begleitperson zu Fuß mitnehmen. Zu Beginn gestaltet man den Ausflug wie die Spaziergänge sonst und übt ein wenig mit dem Hund. Erst wenn der Hund sich ein wenig ausgepowert hat, sollte man sich in den Sattel schwingen. Dabei ist es ratsam, dass die Begleitperson den Hund erst einmal an die Leine nimmt. Sitzt man auf dem Pferd, kann man dem Hund von dort oben ein paar Leckerli zuwerfen, dass er wahrnimmt, dass man sich jetzt etwas höher befindet. Dann geht es zusammen los. Verhält sich der Hund gut, kann ihn die Begleitperson auch wieder von der Leine lassen. Den ersten Ritt sollte man noch recht kurz gestalten, um den Hund nicht zu überfordern. Hat man die Möglichkeit, sollte die Begleitperson auch noch auf die nächsten Ritte mitkommen. Schon beim zweiten Ausflug sollte man anfangen, die ersten Übungen vom Hund zu verlangen. Hier auch wieder beachten: erst einfache Sachen verlangen – und dabei daran denken, dass es für den Hund eine völlig neue Situation ist – und dann den Schwierigkeitsgrad langsam erhöhen. Dabei gilt wieder, dass man sehr langsam vorgehen und anfangs viel mit Leckerli bestätigen sollte und man in einer Trainingseinheit nicht zu viel verlangen soll.

Erst wenn hier auch wieder alle Aufgaben gut klappen, kann man guten Gewissens auf die Begleitperson verzichten. Man sollte sich aber nie zu stolz sein, in einer komplizierten Situation doch schnell vom Pferd abzusteigen und den Hund vom Boden aus zu dirigieren! Und man darf nie vergessen die einzelnen Übungen auch immer wieder aufzufrischen, wenn man sie nicht benötigt hat.

 

Warum so viel Aufwand?

 

Warum sollte man so viel Aufwand beim Training der Grundübungen betreiben? Beim Ausreiten ergibt sich schnell mal die Situation, dass einem ein fremder Reiter entgegen kommt – und man seinen Hund zu sich rufen muss und an die Seite des Pferdes dirigieren muss. Dann kann man entweder den Hund neben dem Pferd weiter mitlaufen lassen (bitte die vom entgegenkommenden Reiter abgewandte Seite) oder aber man lässt den Hund Sitz oder Platz machen und wartet bis der Reiter vorbei ist. Zum überqueren der Straße muss man den Hund oftmals mit Sitz oder Platz und Bleib zurück lassen, um zu schauen, ob kein Auto kommt und erst wenn das gewährleistet ist, darf er die Straße überqueren. Fahrradfahrer und Fußgänger geben einen oft den Anlaß, den Hund zur Seite dirigieren zu müssen, oder aber ihn ein Stück neben dem Pferd mitlaufen zu lassen. Und wenn uns Spaziergänger mit Hund entgegenkommen, muß mein Hund immer im Platz neben dem wartenden Pferd liegen blieben, da meistens die fremden Hunde wegen dem Pferd an die Leine

genommen werden und ich Kontkte von meinem Hund zu anderen beim Reiten meist eher nicht zulasse (Spielen oder eventeuelle Streitereien sind mir mit Hund und Pferd zu gefährlich). Und nur wenn diese Übungen für den Hund vollkommen alltäglich sind, wenn man mit dem Pferd unterwegs ist, dann wird er sie auch schnell und stressfrei ausführen können!

Und wenns doch nicht klappt
Ein paar kleine Tips, wenn etwas doch nicht so klappt, wie es soll: Um auch so weit oben verdeutlichen zu können, dass man etwas ernst meint, eignet sich sehr gut eine Wasserpistole. Damit kann man dem Hund schnell sagen, dass man ihm nicht nur sagt, er soll Abstand vom Pferd halten, sondern das auch meint. Oder aber wenn man ihn ruft und er möchte unterwegs noch schnell schnuppern, dass man mit rufen einen direkten und kompletten Rückruf bis zu einem her meint. Ansonsten sollte man sich einfach noch einmal Gedanken machen, ob der Hund in der jeweiligen Situation auch so hätte reagieren können, wie man von ihm verlangt hat, oder ob es für ihn zu schwierig war und man den Hund eventuell noch einmal neue an die Situation heranführen muss und ein korrektes Verhalten trainieren muss.

 

 

                

    
Mortys Weg zum Reitbegleithund findet ihr hier zum nachlesen.                                

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