Schnüffelspiele

Die etwas andere Art seinen Hund zu beschäftigen

 

 

 

Schnüffelspiele sind perfekt, um einen Hund geistig und körperlich in einer recht kurzen Zeit auszulasten. Und: sie machen dem Hund einen riesen Spaß!

 

Was der Hund können sollte

Voraussetzung für die Nachfolgenden Schritte ist, dass der Hund einen Gegenstand bringen kann - sonst muss man ihm das vorher beibringen.
(Oder aber man bringt ihm eine alternative Anzeige wie z.B. Platz bei - aber das möchte ich hier erstmal nicht erläutern.)

 

Was lassen wir den Hund suchen?

Am Anfang nimmt man für die ersten Schnüffelspiele am Besten entweder ein Beutel der mit Leckerli befüllt wird, ein Stofftuch, in das man ein Leckerli hinein knotet, oder aber ein Super-Lieblingsspielzeug vom Hund.  Der Anreiz für den Hund sollte anfangs möglich groß sein - schließlich weiß er ja noch nicht, was er tun soll und sollte einen großen Ansporn haben, zu verfolgen, was mir mit diesem tollen Gegenstand machen.

 

Ich erklär die nachfolgenden Schritte mit einem mit Leckerli gefüllten Beutel - bei dem der Hund als Belohnung dann natürlich das Leckerli aus dem Beutel (alternativ Tuch) erhält. Spielt man seine Suchspiele mit einem Spielzeug, bekommt der Hund als Belohnung sofort ein supertolles lustiges Spiel mit diesem Spielzeug, sobald er es gefunden hat.

 

 

Die ersten Schritte


Moty hat den Geruch in der Nase...


Ah, da oben vielleicht?


Gefunden!


Jetzt muss man das
Hölzchen nur noch
erwischen...


Er hat es...

Und jetzt schnell zu Frauchen!!!!

 

Wir zeigen dem Hund seinen Suchgegenstand, lassen ihn ein wenig daran schnuppern, vielleicht einmal hinein beißen. Dann soll der Hund warten und wir verstecken vor seinen Augen den Gegenstand, am Anfang noch ganz leicht. Schnell gehen wir zum Hund zurück und schicken ihn mit dem für später gewünschten Suchbefehl z.B. 'Such' los. Nachdem er aufmerksam verfolgt hat, was wir vorher gemacht haben, wird er schnell zu unserem 'Versteck' laufen und seinen Gegenstand herausholen. Den Hund sofort überschwänglich loben - und er bekommt sein Leckerli aus dem Beutel.

Läuft der Hund auf unseren Suchbefehl nicht los in Richtung Gegenstand, haben wir den Suchgegenstand vorher entweder nicht interessant genug gemacht, das erste Versteck war noch zu schwer oder der Abstand zwischen Zuschauen und Suchen dürfen zu lang. In diesem Fall legen wir einfach noch einen Zwischenschritt ein, in dem wir den Gegenstand die ersten Male gar nicht verstecken, sondern nur ein paar Schritte vom Hund weg hinlegen oder gar werfen und den Hund dann mit unserem Suchbefehl losschicken. Nach und nach erhöhen wir ein wenig die Distanz, bis wir uns sicher sind, dass der Hund sein Gegenstand auch in einem leichten Versteck finden wird.

Dieses Spiel machen wir noch mit zwei weiteren Verstecken, möglichst im gleichen Raum aber nicht zu eng beieinander liegend. Der Hund darf hier immer noch zuschauen und wird danach sofort mit seinem Suchbefehl losgeschickt.

 

Hat dieser erste Schritt mit allen drei Verstecken gut geklappt, können wir eine Stufe weiter gehen.

Jetzt gehen wir mit dem Suchgegenstand alle drei Verstecke ab, tun jedes Mal so als würden wir den Gegenstand verstecken - und lassen ihn hinter irgendeinem der drei Verstecke dann auch wirklich liegen. Wieder wird der Hund mit seinem Suchbefehl los geschickt. Läuft er schnurstracks zum richtigen Versteck, oder sucht er der Reihe nach alle drei Verstecke ab?

Läuft der Hund sofort zum richtigen Versteck, kann man noch einmal testen, ob das Zufall war, indem man die gleiche Übung erneut macht, mit einem anderen der drei Verstecke. Klappt es auch diesmal, kann man zur nächsten Stufe übergehen.

Läuft der Hund die Verstecke ab, spielt man diese Übung noch zwei bis dreimal durch. Dann baut man die Übung erneut von ganz von Anfang an mit drei neuen Verstecken auf, bis der Hund verstanden hat, was wir von ihm wollen.

 

Danach kommt der dritte Schritt. Wir arbeiten immer noch mit denselben drei Verstecken - aber diesmal darf der Hund nicht mehr beim Verstecken zuschauen. Während der Hund außerhalb des Raumes wartet, verstecken wir seinen Gegenstand. Um ihm die Suche anfangs zu erleichtern, bringen wir ihn in den Raum (vielleicht sogar an etwa den Punkt, an dem er üblicherweise gewartet hat) und schicken ihn dort mit dem Suchbefehl los.

Und, streckt er die Nase in die Höhe und fängt zielstrebig an zu suchen, oder läuft er im Raum nur seine Verstecke ab - oder weiß er gar nicht, was er tun soll?

Läuft er zielstrebig zum richtigen Versteck und findet seinen Suchgegenstand - Jackpot! Der Hund war supermegaklasse!!!

Läuft der Hund erstmal nur seine altbekannten Verstecke ab, machen wir die Übung noch zwei bis dreimal durch. Sucht er auch dann nicht zielstrebig, kann man die Übung noch einmal von Vorne mit neuen Verstecken aufbauen.

Weiß er gar nicht, was er tun soll, kann man auch hier wieder einen Zwischenschritt einbauen. Man lässt den Hund beim Verstecken wieder zuschauen, geht dann aber mit dem Hund aus den Raum, beschäftigt ihn ganz kurz mit etwas anderem, geht wieder in den Raum zurück und lässt ihn suchen. Jetzt müsste es klappen! Ansonsten muss man noch einmal überdenken, ob in den Schritten vorher auch wirklich alles gut geklappt hat, oder man zu voreilig war und lieber noch einmal einen Schritt zurückgeht.

 

Hat der Hund bei diesem Schritt seinen Beutel problemlos gefunden, ist es Zeit für neue Verstecke. Während man anfangs für den Hund den Gegenstand noch in einfachen Verstecken verbergen sollte, kann man bald schon schwierigere Herausforderungen stellen!

 

Mögliche Verstecke und eingebaute Schwierigkeiten

Während man anfangs den Suchgegenstand nur in einem Raum versteckt hat, kann man bald schon neue Räume hinzunehmen. Interessant ist jetzt zu beobachten, wann erkennt der Hund das der durchsuchte Raum leer ist?

Oder aber wie stellt er sich an, wenn der Gegenstand plötzlich über der Nasenhöhe des Hundes versteckt ist - findet er ihn problemlos, oder braucht das schon etwas länger?

Findet er ihn auch, wenn er unter einem anderen Gegenstand versteckt ist, z.B. auf dem Sofa ein wenig hinters Sofakissen gerutscht ist, im Papierkorb liegt, oder später gar in einem Schrank liegt ? und wie zeigt er dann an, dass er etwas gefunden hat?

 

    

Morty weiß, dass der Gegenstand den er sucht überall sein kann und schnüffelt daher auch in Taschen und sucht über seiner Nasenhöhe

 

 

Was beim Suchtraining sehr wichtig ist

Die Einzelnen Übungsschritte sind nicht in Trainingseinheiten aufgeteilt. Es kann sein, dass man in einer Trainingseinheit nicht einmal einen kompletten Schritt schafft, ohne den Hund zu überfordern - kann aber auch sein, dass man einmal über mehrere Schritte hinweg flott vorankommt.

Eine Trainingseinheit sollte dabei gerade zu Anfang, nicht zu lange dauern - für den einen Hund reichen 2 min Schnüffeln schon vollkommen aus, um ihn an den Rand seiner Leistungsfähigkeit zu treiben, der andere mag erst nach 7 min müde sein. Bitte ganz genau darauf achten, wann die Leistungsfähigkeit des Hundes nachlässt und in der nächsten Einheit nicht ganz so lange üben!



Und immer daran denken:

Schnüffeln strengt die Hunde unglaublich an - also nie übertreiben!

 

 

Wenn es mit dem Suchgegenstand nicht klappt

Entstehen beim Suchen mit dem Spielzeug beispielsweise Probleme, hilft es dem Hund vielleicht anfangs nach einem Futterbeutel zu suchen.

Hat der Hund zu Beginn mit der Suche mit dem Futterbeutel Probleme, muss man ihn vielleicht mit besseren oder intensiver duftenden Leckerlis füllen.

 

Weiterführend

So kann man seinem Hund jeden beliebigen Gegenstand beibringen zu suchen.

 

Wie wäre es mit dem Schlüsselbund, damit man nicht immer selber suchen muss?

Anfangs legt man den Gegenstand wieder ein paar Schritte vor den Hund und schickt ihn mit dem neuen Suchbefehl z.B. 'Such Schlüssel' los, oder lässt ihn zumindest beim ersten leichten Verstecken zuschauen - und baut dann das Suchspiel wie anfangs in den einzeln beschriebenen Schritten auf. Oft kann man allerdings wesentlich schneller vorgehen, als bei der ersten beigebrachten Suche, oder gar den ein oder anderen Schritt überspringen? Einfach mal ausprobieren - dabei aber immer fair zum Hund sein und von ihm nichts Unmögliches verlangen. Ist man nun doch einmal einen Schritt zu schnell vorgegangen, den Hund nicht lange frustrieren und die Suche noch einmal einen Schritt leichter durchführen!

 

Oder aber für Draußen ein 'Such Verloren' ? bei dem der Hund den gegangenen Weg nach einem verloren gegangenem Gegenstand absuchen soll.

  Je nach dem wie gut der Hund bei Schnüffelspielen ist und wie oft er schon draußen gesucht hat, kann man in unterschiedlichen Stufen vorgehen. Entweder man macht den Hund beim Verlieren des Gegenstandes aufmerksam und lässt ihn dabei zuschauen, geht dann mit dem Hund erst noch ein paar Schritte weiter, bis man ihn zu dem Gegenstand zurück schickt. Dabei wird nach und nach die Distanz erhöht. Bis man als nächstes den Gegenstand heimlich fallen lässt, den Hund aber dafür schon wieder nach wenigen Schritten zum 'Such Verloren' schickt - um dann auch hier nach und nach die Distanz zu erhöhen. Später kann man dann neue Gegenstände nach gleichem Schema suchen lassen, bis der Hund verallgemeinert, dass er 'irgendetwas' auf dem gegangenen Weg suchen soll (sucht er dabei nur nach den 'eigenen' Gegenständen, oder sucht er nach allem, was er meint, was nicht hier her gehört???).
 

Oder aber, wenn der Hund schon gute Sucherfahrung hat und auch schon verschiedene Gegenstände suchen gelernt hat, lässt man den Schritt mit dem Zuschauen weg, wählt dafür aber beim ersten 'Such Verloren' eine recht kleine Distanz zwischen dem verlorenen Gegenstand und dem Suchstartpunkt, damit der Hund auch wirklich ein Erfolgserlebnis hat, und baut dann nach und nach die Distanz auf.

 

Viel Spaß beim Schnüffeln!

 

Buchtipps

Übrigens gibt es mittlerweile zwei wunderbare 'Schnüffelbücher', in denen noch viele weiter Schnüffelideen
stehen: verschiedene Möglichkeiten einen Fund anzuzeigen, Geruchsunterscheidung, Zaubertricks und und und!
Kuckt doch mal hier auf der Buchseite.

 

 

 

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