Unser zweites Dogdance Turnier
Am 11.12.05 in Oberammergau

 

 

 

Vor jedem Turnier denkt man sich die letzten Tage: „Warum tut man sich das eigentlich an?“ – und kurz nach dem Auftritt überfällt einen schon wieder der Gedanke „… und nächstes Jahr sind wir sicher wieder mit dabei!“ :)

 

Ein paar Tage vor dem Turniertag habe ich die Startliste online gesehen. Und bin erstmal ziemlich erschrocken: 17 Teilnehmer waren in meiner Klasse (M) gemeldet! Im vergangenen Jahr waren wir 5 Starter. Wow! Allerdings hat das meine Aufregung schon ein wenig verstärkt…


 

Sonntag ging es dann wieder einmal ziemlich früh los. Um kurz nach 8 Uhr waren wir nach eine Stunde Fahrt im Hotel Wolf in Oberammergau angekommen – und sind erst einmal von einer unglaublichen Kälte beim Aussteigen aus dem Auto begrüßt worden: Es war so kalt, dass man allein beim Spazieren gehen gefrorene Haarspitzen bekam!!! Ich habe dann schnell meine Musik abgegeben und meine Startnummer geholt: 53. Wir haben uns noch ein paar Sitzplätze gesichert (knapp bevor der große Ansturm kam!), und wollten dann mit den Hunden eine kleine Runde drehen. Auf dem Weg zum Auto fiel mir auf, dass ich weiße flecken auf meinen Schuhen hatte… und nicht nur dort: Meine ganze Hose und der Mantel waren voller kleiner weißer Spritzer! Ich habe keine Ahnung woher, aber die Flecken gingen jedenfalls nicht so schnell wieder raus – und ich hatte meine Auftrittshose schon an, da ich keine Lust auf umziehen gehabt habe! Naja, also stand mir wohl ein Auftritt mit dreckiger Hose bevor!


Um kurz vor 9 Uhr ging es dann los. Erst waren noch ein paar Teilnehmer der Funklasse dran, die am Samstag noch nicht starten konnten. Es ging unglaublich flott voran, und so war schon bald die S Klasse dran, die bis 11 Uhr auch schon durchgetanzt war! Ich hatte nicht vor 14 Uhr mit meinem Auftritt gerechnet…

 

In der Mittagspause vor meiner Klasse stürzten wir uns noch einmal in ein kleines Spaziervergnügen – wer den doch recht schmalen Spazierweg in Oberammergau kennt, kann sich ungefähr vorstellen, wie chaotisch das ablief, als alle Teilnehmer und Besuchshunde in etwa zur gleichen Zeit spazieren gehen wollten! Es war gar nicht so einfach einen Überblick zu bekommen und seinen eigenen Hund im Auge zu behalten.

 

 

Pünktlich um 13 Uhr ging es auch schon wieder weiter. Die ersten Tänze meiner Klasse habe ich mir noch angeschaut. Aber wahrgenommen habe ich nichts mehr so richtig. Ich war zwar Dank Rescue Tropfen und einem Schlückchen Sekt total ruhig, aber in Gedanken geht man doch noch mal die Choreo durch und überlegt, wo man am besten Steht und wie man dann im Laufe der Choreo raus kommt, damit alle besonderen Tricks auch zum Richtertisch hin gezeigt werden. Auf einem flotten Weg über den Hof ohne Jacke auf dem Weg zu den Toiletten habe ich mich dann auf einer Eisplatte fast noch hingelegt und konnte mich gerade noch an einem winterlich verschmutzen Auto festkrallen. Jetzt war meine weiße Kapuzenjacke auch noch dreckig! Wir würden als totale Ferkel tanzen! Obwohl, bis jetzt war wenigstens der Hund noch sauber!

Etwa 20 min vor meinem Auftritt bin ich mit Morty zum Aufwärmen in die andere Halle rüber gegangen. Ich hatte dort die ganze Zeit über absolut meine Ruhe – von Startnummer 45 bis 51 habe ich kein anderen in der Halle gesehen, außer jemand hat mal kurz seinen Hund geholt oder nach dem Tanz mit seinem Hund einen Trick geübt, der in der Vorführung nicht geklappt hatte. Wärmt eigentlich sonst keiner seinen Hund vorher auf!!??!! Auch bevor ich diesbezüglich Informationen auf Seminaren erhalten habe, habe ich meinem Hund trotzdem immer die Chance gegeben, sie vorzubereiten und langsam an die Tricks heranzutasten… Ich finde sehr schade, dass hierfür das Bewusstsein noch fehlt…

 

In der Turnierhalle hatten wir neben dem Ring noch ein kleines Trainingseck, indem wir uns noch ungestört aufhalten konnten, während der Starter vor einem noch tanzte. Ich merkte wie Mortys Konzentration nach und nach immer mehr abdriftete. Erst fing der Heizlüfter an zu heizen… uiii, wie gruselig. Dann kam Applaus… huch, wo kam dass den her? Und zu guter Letzt die Welle durch das Publikum – und weil die erste nicht so gut klappte gleich zweimal! Und wir standen direkt neben der Lautsprecherbox… puh, war das laut! Dann durften wir endlich in den Ring. Ich nutzte die Zeit, bis die Richter mit ihrer Bewertung der vorangegangenen Tanzes fertig waren, um Morty noch ein wenig den Ring zu zeigen. Als er sich alles angeschaut hatte, bekam ich ein wenig Konzentration zurück.

 

               

 

Nachdem wir die Startfreigabe erhalten haben, habe ich Morty in Position gestellt und meinerseits die Musikfreigabe gegeben. Und ich lauschte…. Und lauschte… und irgendwo kam leise eine Musik… MEINE Musik! Hilfe! Der DJ hatte verpasst von der leisen Hintergrundmusik zum Zeitvertreib zwischen den Tänzen zu meiner Musik die Lautstärke wieder hoch zu regeln. So verpasste ich ein klein wenig meinen Einsatz, aber wir haben es gerade noch gerettet. Denn mit dem Start der Musik war mein Hund auch wieder voll da und hat super mitgearbeitet. Er war immer noch beeindruckt und hat wesentlich langsamer gearbeitet, als normal. Aber er war die ganze Choreo über voll dabei, hat sauber mitgearbeitet und wir hatten nur klitzekleine Patzer drin, die kaum zu bemerken waren. Denn sein etwas langsameres Arbeitstempo konnten wir gut überspielen. Ich bin so stolz auf mein Hundi! Ich war zum Start durch die leise Musik doch etwas verunsichert, und es hat mich viel Konzentration während dem Tanz gekostet, auf die Musik zu lauschen – und trotzdem hat er unbeirrt mitgemacht! Und somit haben wir mein Ziel für dieses Turnier mehr als erreicht: Ich wollte nur, dass er einfach mitarbeitet und nicht wie beim letzten Jahr erst einmal eine dreiviertelte Choreo braucht, bis er anläuft. Und Morty hatte sogar nicht nur mitgemacht, sondern auch wunderbar gearbeitet und wir hatten fast fehlerfrei getanzt! Stolz geschwellter Brust verließen wir beide das Tanzfeld…

 

 

                               

 

Die restlichen Tänze habe ich mir zwar noch angeschaut, aber fast genauso wenig wahrgenommen wie vor unserem Auftritt.
So glücklich war ich. Und so KO.

 

Die Wartezeit bis zur Siegerehrung war dann noch einmal ziemlich spannend. Wo war unsere Leistung einzustufen? Bei 14 Startern in meiner Klasse würde ich mich schon freuen, unter die ersten 10 zu kommen. Mal kucken… Doch dann war es endlich so weit. Die Zeit, in der die Platzierungen eine nach der anderen von hinten her aufgerufen wurden, fand ich schrecklich…. Jedes Mal wenn jemand aufgerufen wurde und es war nicht der eigene Name wieder: noch nicht dabei, also noch einen Platz besser?! Morty und ich haben von 11 bewerteten Tänzen in unserer Klasse mit 240 Punkten den 6. Rang belegt – ¼ Punkt hinter dem 5. Platz. Ich war so stolz!!! Ich kann gar nicht beschreiben, wie unglaublich das Gefühl war – und wie gerne ich der ganzen Zuschauermenge mein tolles Hundchen präsentiert und erzählt hätte, wie stolz ich doch auf ihn bin! Ich hab ihn geknuddelt und ihm erzählt, wie stolz ich bin – aber das hat er glaube ich auch so gemerkt! Mein geräuschempfindlicher, arbeitsscheuer Problemhund hat sich zu einem gut platzierten, tanzenden Traumhund gemausert!

 

 

Um 16 Uhr – in einer unglaublich kurzen Zeit für all diese vielen Tänze – war alles vorbei. Wir haben unsere Sachen gepackt und sind dann noch eine kleine Runde spazieren gegangen. Aber Morty war so fertig, dass er beim Spaziergang nicht recht anwesend war und nur wie eine Nähmaschine vor sich hingelaufen ist. Also haben wir uns auf den Heimweg gemacht.

Zuhause gab es dann ein Tanzchampion-Abendessen: Leckeres Rindfleisch mit ein wenig Fleischbrühe unters Futter gemischt und einen leckeren Pansen als Nachtisch! Im Schlaf hat Morty nachts total KO in seiner Box – die jetzt von zwei Dogdanceschleifen geziert wird – noch wild von diesem aufregenden Tag geträumt… mich hätt ja schon interessiert, von was…!?



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